Foto: Isolde Ohlbaum

Ich hasse dieses Haus. Ich möchte schreien, aber ich habe keine Stimme. Vielleicht würde mein Schrei meiner Mutter und meiner Schwester helfen. Vielleicht würde er ihnen sagen, daß sie nicht allein sind. Aber ich habe keine Stimme. Die Stille der toten Dinge. Ich bin fast so tot wie die Dinge dieses Zimmers. Dann ruft irgend jemand meinen Namen.


„Jedem Anflug von Erinnerungsseligkeit macht Hermann aber frühzeitig den Garaus. Mit kalten, genau gesetzten Hieben betreibt er vielmehr einen literarischen Exorzismus, der einer verspäteten autobiografisch anmutenden Aufräumungsarbeit gleicht. (...) In dieser Prosa haben fadenschein und Sentiment ausgespielt. Gleichwohl liegt die Überzeugungskraft dieser düster-frostigen Bilanz in der unheimlichen Wucht und Genauigkeit, mit der Hermann sich – und damit die Leser – zum Hinsehen zwingt.“ (Peter Henning, Die Welt)

Wolfgang Hermann


In kalten Zimmern

Erzählungen

Verlag

Suhrkamp 1997

ISBN: 978-3-5181-2043-3


Rezensionen

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